Sachstandsmitteilung zur beabsichtigten Lösung zur Wiederaufnahme von rituellen
Waschungen auf dem Friedhof Lindenheide
Anfrage:
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Bär, sehr geehrte Frau Vorsitzende Mick-Teubler, sehr
geehrte Mitarbeitende der Verwaltung,
die Fraktion der Grünen bittet in der Ausschusssitzung zur Sachstandsmitteilung zur
beabsichtigten Lösung zur Wiederaufnahme von rituellen Waschungen auf dem Friedhof
Lindenheide. Hierbei soll insbesondere erläutert werden, warum statt der Durchführung
baulicher Maßnahmen an/in dem bisher genutzten Gebäude die Überlegung besteht, einen
entsprechend ausgestatteten Container aufzustellen und wann mit einer Umsetzung der Lösung
gerechnet werden kann.
Wie bekannt ist bestand auf dem Friedhof Lindenheide eine Räumlichkeit, wo für Menschen
muslimischen Glaubens im Rahmen der Bestattung die rituelle Waschung durchgeführt werden
konnte. Seit nunmehr fast vier Jahren ist der Raum geschlossen und rituelle Waschungen sind
auf dem Friedhof nicht mehr möglich. Die damalige Bürgermeisterin Frau Pietschmann hatte in
der Sitzung des FOW vom 14.05.2025 im Rahmen einer Anfrage unter dem TOP Verschiedenes
erläutert, dass ein erhöhter organisatorischer Aufwand bestehen würde, es bauliche
Einschränkungen gäbe und arbeitsschutzrechtliche Belange nicht tragbar seien. Angeblich sollte
an einer Lösung gearbeitet werden, die den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht werde.
Akzeptable Übergangsmöglichkeiten bestehen für die Menschen muslimischen Glaubens
derzeit nicht. Im gesamten Kreisgebiet gibt es im Moment lediglich drei Möglichkeiten, rituelle
Waschungen vorzunehmen, und zwar in Wülfrath (derzeit überlastet), Monheim und Rattingen.
Sofern an diesen Orten überhaupt freie Kapazitäten bestehen, ist deren Nutzung mit einem
erheblichen logistischen Mehraufwand für die Hinterbliebenen verbunden.
Nach Auskunft der DITIB-Gemeinde beabsichtigt die Stadt Mettmann, die Stellung eines
Containers. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die Durchführung baulicher
Maßnahmen im bzw. am Bestandsgebäude nicht der sinnvollere und nachhaltigere Weg wäre. Personen muslimischen Glaubens bilden einen großen Anteil der Mettmanner Bürger*innen.
Als offene Gesellschaft sollten wir unseren muslimischen Mitbürger*innen ermöglichen,
Beisetzungen so zu gestalten, wie ihre Religion es vorsieht. Die alsbaldige Schaffung einer
angemessenen Lösung ist ein Baustein gelingender Integration.
Für die Fraktion der GRÜNEN
Claudia Kamprolf Martin André
Fraktionssprecherin Fraktionssprecher
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