Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht am 9. November 11. November 202213. November 2022 Es ist schon Tradition in Mettmann: Das „Bündnis für Toleranz und Zivilcourage“ zum Gedenken an die Reichspogromnacht plant jährlich eine Veranstaltung am Mahnmal vor der evangelischen Kirche mit unterschiedlichen Vortragenden. In diesem Jahr war die Teilnahme mit ca. 100 Menschen sehr rege. Zu Beginn hielt Frau Artmann (Religionslehrerin am KHG) eine Ansprache, die von Evi Classen, Bettina Steinbach und Peter Bentlage verfasst worden ist. Sie basiert auf den Erfahrungen einer Israelreise, welche die drei vor kurzem unternahmen. Dabei stand das im Museum Yad Vashem in Jerusalem Gesehene und Gehörte im Vordergrund: sie verarbeiteten ihre Erfahrungen in dem sehr berührenden Text. Ein Vertreter der jüdischen Gemeinde in Düsseldorf begrüßte die Anwesenden und ließ das Gebet eines Rabbiners anlässlich der Gräueltaten der Nazis am 9. November 1938 abspielen, was sehr berührend war. Es folgte der Vortrag von Schülerinnen des KHG, die das Gedicht des jüdischen Schriftstellers Erich Fried „Gegen das Vergessen“. Dieses interpretierten die Schüler*innen mit persönlichen Komponenten. Im Anschluss zeichneten die Schülerinnen des HHG das tragische Schicksal der jüdischen Familie Bach aus Mettmann nach, die zunächst auf einem Lastwagen zum Güterbahnhof Düsseldorf transportiert wurden, um dann über das Ghetto Litzmannstadt ins Vernichtungslager Chelmno deportiert zu werden. In einem eigens zum Töten umgebauten Lastwagen wurde die große Familie vergast. Nach der Gedenkveranstaltung wurde im Mettmanner Kino noch die sehr bewegende Dokumentation „Walter Kaufmann- Welch ein Leben“ gezeigt, der sich bis an sein Lebensende für ein antifaschistisches, antirassistisches, gerechtes und friedliches Miteinander der Menschen auf der ganzen Welt eingesetzt hat. Der Regisseur des Films, Dirk Szuszies, stand dem Publikum für eine Diskussion zur Verfügung.