Anfrage zur Sachstandsmitteilung zur Planung des Aufbaus eines inklusiven Spielgerätes 16. Mai 202616. Mai 2026 Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet die Verwaltung erneut um Auskunft zum aktuellen Planungsstand bezüglich des geplanten inklusiven Spielgeräts. Laut Haushaltsentwurf ist erkennbar, dass der ursprünglich beplante Standort „in der Champagne“ nicht weiter verfolgt wird. Aussagen von Frau Laijos nach, soll ein inklusives Spielelement im Stadtwald integriert werden, doch für den Stadtwald-Spielplatz sind dediziert keine Mittel im Haushalt dafür hinterlegt. Fragen, die wir zu dieser Situation in der Ratssitzung und im Nachgang per E-Mail versendet haben, sind immer noch unbeantwortet. Die Fraktion bittet die Verwaltung daher (erneut) um Beantwortung folgender Fragen: Aus welchem Grund wird der Standort „in der Champagne“ nicht weiter verfolgt? Ist der Stadtwald der aktuell geplante Standort für das inklusive Spielgerät und warum werden dafür keine Mittel eingeplant? Wurde bei der Standortwahl die Barrierefreiheit der Erreichbarkeit und die Standort- und Geländetauglichkeit hinsichtlich Barrierefreiheit berücksichtigt? Welche Gesamtkosten sind für die Entwicklung des Stadtwald-Standorts veranschlagt — inklusive Ab- und Wiederaufbau der bestehenden Spielgeräte, Geländearbeiten, Hangsicherung, Wegeertüchtigung, Schaffung von Behindertenparkplätzen und des inklusiven Spielgeräts selbst — und wie verhält sich diese Summe zu den Kosten des ursprünglichen Champagne-Standorts? Der Standort an der Mühlenstraße erscheint uns perfekt. Ist dieser von der Verwaltung geprüft worden? Wenn nein: Ist die Verwaltung bereit, diesen Standort zu prüfen? Begründung Ursprünglich war als Standort eine Fläche „in der Champagne“ vorgesehen. Sowohl der Schützenverein als auch die Bürgerstiftung hatten ihre Bereitschaft signalisiert, sich an den Kosten zu beteiligen. Doch nun schlägt die Verwaltung vor, inklusive Spielgeräte im Stadtwald zu integrieren. Die Fraktion sieht diesen Standortwechsel kritisch: Der Stadtwald-Spielplatz ist weder barrierefrei erreichbar noch lässt sich der dortige Spielplatz sinnvoll barrierefrei gestalten. Es mangelt an spielplatznahen Parkmöglichkeiten. Die Wege zum Spielplatz müssten auf ganzer Strecke barrierefrei gebaut (und unterhalten) werden. Die Steigungen in den Stadtwald und zum Spielplatz sind per Rollstuhl mit eigener Kraft nicht zu bewältigen. Die Spielwiese des Spielplatzes selbst ist abschüssig und müsste für einen inklusiven Spielplatz großflächig eingeebnet werden.Ein inklusives Spielgerät an einem Ort zu errichten, der für die Zielgruppe – Kinder mit Behinderungen und ihre Familien – praktisch nicht zugänglich ist, würde den Zweck des Vorhabens konterkarieren und ist Geldverschwendung. Auf unsere Nachfrage hin begründet die Verwaltung den Ausschluss des Champagne-Standorts maßgeblich mit Kosten. Gleichzeitig lesen wir in der Verwaltungsvorlage, dass der Stadtwald auch nach Anpassungen nicht vollständig barrierefrei erschlossen werden kann. Inklusive Spielgeräte sind für Kinder und Eltern mit Behinderungen gedacht, die diese Spielfläche auch erreichen können müssen. Das ist keine politische Forderung — das ist die Definition von Inklusion. Jetzt zur Realität am Standort: Der Spielplatz im Stadtwald liegt auf halber Höhe im Hang und ist aktuell nur über einen steilen Zugang erreichbar. Die Spielgeräte befinden sich verstreut in den Hang gebaut. Damit überhaupt eine nutzbare, einigermaßen barrierefreie Spielfläche entsteht, braucht es erhebliche Erdbaumaßnahmen — Hangsicherung, Geländemodellierung, Anlage einer horizontalen Fläche. Dafür müssen die bestehenden Spielgeräte zunächst abgebaut und später wieder aufgestellt werden. Hinzu kommt: Für Familien, die auf das Auto angewiesen sind, müsste die Zufahrt über die Daniel-Kircher-Straße ertüchtigt und es müssten Behindertenparkplätze unmittelbar am Spielfeld gebaut werden. (Vergleichbare Standards gelten am Freibad — dort liegen die Behindertenparkplätze direkt am Eingang.) All das kostet. Und dieser gesamte Aufwand fehlt dann beim eigentlichen Ziel: tolle Spielgeräten für unsere Kinder zu finanzieren. Warum wurden diese Mittel nicht lieber in einen Standort investiert, der diese Erschließungsmaßnahmen gar nicht erst erfordert — zum Beispiel der Spielplatz am Steinbruch, dem Hubi-Spielplatz oder im Comberg-Park? An einem Zuweg zum Hubi-Spielplatz ist beispielsweise ein Behindertenparkplatz vorhanden. Die Gesamtkosten für den Stadtwald-Standort fehlen in der städtischen Stellungnahme vollständig. Das ist bemerkenswert — ausgerechnet dort, wo die Finanzierungslücke das Hauptargument gegen die Champagne war. Als deutlich geeigneter erscheint uns immernoch der Standort auf Höhe der Mühlenstraße 15 (hinter der Sparkasse), der uns im Gespräch mit der Bürgerstiftung genannt wurde. Hier könnte z.B. Rollstuhlgeeignetes Karussell die 4-Seiten-Wippe ersetzen. Dieser Standort überzeugt aus mehreren Gründen: Er liegt mitten im Herzen der Stadt, ist barrierefrei erreichbar und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Kinderhospiz, einer kinderärztlichen Praxis sowie auf Kinder spezialisierten Physio- und Ergotherapiepraxen. Gerade weil aktuell nur ein Gerät realisiert werden kann, sollte der Standort so gewählt werden, dass er den größtmöglichen inklusiven Nutzen entfaltet.