„Ohne Moos nix los“ – Frauenbrunch zum Thema Gender Investment Gap

Fotocollage von der Veranstaltung "ohne Moos nix los - Frauen und Vermögensbildung". ca. 25 Frauen am Frühstückstisch sitzend, Bildschirm mit Vortragender an der Wand

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März lud der OV der GRÜNEN in Mettmann interessierte Frauen zu einem Brunch unter dem Motto „Ohne Moos nix los“ ein. Im Mittelpunkt stand das Thema „Gender Investment Gap“ – also die Lücke zwischen Frauen und Männern bei Geldanlagen und Vermögensaufbau.

Expertin Dr. Leah Zimmerer beleuchtete Finanzunterschiede

Als Gastreferentin konnte Dr. Leah Zimmerer gewonnen werden, die sich in ihrer Forschung auf genderspezifische Unterschiede an den Kapitalmärkten spezialisiert hat. Per Videoschalte erläuterte sie den Teilnehmerinnen aktuelle Studien zu folgenden Fragen: Wie treffen Frauen und Männer finanzielle Entscheidungen? Welche Auswirkungen haben diese auf Vermögensbildung und Altersvorsorge?

Ein alarmierender Befund: Frauen haben ein 25% höheres Risiko für Altersarmut als Männer. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich Frauen stärker auf dem Finanzmarkt engagieren, wo man auch mit relativ risikoarmen Geldanlagen gute Renditen erzielen kann. So kann das Risiko für Altersarmut etwas abgemildert werden.

Orientierung als erster Schritt

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass viele Frauen zunächst einen grundlegenden ersten Schritt benötigen: Eine Orientierung, wie man das Thema Finanzen überhaupt angeht. Eine Teilnehmerin berichtete: „Ich habe daraus gelernt, dass wir als Eltern nicht nur für unsere Tochter Geld anlegen sollten, sondern ihr die Möglichkeit geben müssen, einen Teil monatlich selbstbestimmt anzulegen.“

Mehrfach wurde betont, dass Mädchen sowohl zu Hause als auch in der Schule zu selten mit dem Thema Finanzen konfrontiert werden. Die Beschäftigung mit der eigenen finanziellen Situation sollte zudem nicht erst einsetzen, wenn eine Trennung oder andere Lebenskrisen eintreten.

Politische Dimensionen nicht vergessen

Als GRÜNE war es uns wichtig, nicht nur individuelle Handlungsempfehlungen zu diskutieren, sondern auch die politische Dimension zu betrachten. Denn obwohl es mittlerweile viele gute Informationsmöglichkeiten gibt, deren Nutzung Zeit und Aufwand erfordert, darf die Verantwortung nicht allein auf die Einzelne abgewälzt werden.

Es braucht strukturelle Veränderungen, damit alle Menschen – insbesondere Frauen und andere benachteiligte Gruppen – an den Vorteilen der Aktienmärkte teilhaben können. Eine Möglichkeit wäre ein obligatorisches Fondssparen zu Beginn des Berufslebens mit wenigen vom Staat zertifizierten ETFs, in die Arbeitgeber*innen einzahlen müssten.

Folgeveranstaltung geplant

Das große Interesse der Teilnehmerinnen hat gezeigt, dass Bedarf an weiteren Veranstaltungen zu diesem Thema besteht. Gerne möchten wir ein Anschlussevent organisieren, das zusätzlich grüne Werte beim Investieren (Nachhaltigkeit, ethische Kriterien) thematisiert.

Haben Sie Fragen, Themen oder Vorschläge? Schreiben Sie uns gerne unter gruene@gruene-mettmann.de!

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